Intro

Angelegt als stationäre Tour mit einer einzigen festen Unterkunft am Wannsee. Tagesfahrten mit allabendlicher Rückkehr zum Ruderclub am Wannsee mit Booten desselben. Die Anreise individuell in informellen Gruppen per Bahn oder PKW.


Zeitraum

der geschilderten Ereignisse Ende Mai, am langen Fronleichnam-Wochenende von Donnerstag bis Sonntag.

Vor- und Frühgeschichte

Für die meisten der knapp 25 Teilnehmer war es die erste Berlinfahrt. Eine gewisse Tradition in eher privatem Rahmen hatte die Fahrt zum RaW schon, möglich gemacht durch R., einem Berliner Ruderer, jetzt im Ruhestand, im Berufsleben in Ffm und im FRV aktiv. Der Kontakt zu unseren Alten Herren riss nie ab, nach den Touren der Alten Herren nach Berlin wurde heuer die Fahrt ausgeschrieben.


Örtlichkeit und Unterbringung

der RaW sitzt in einer von vielen wunderbaren Villa an den Ufern des Wannsees. Wir durften die Gästezimmer in der obersten Etage, über der Gastronomie, bewohnen. Sollte man meinen, andere langjährige Vereinsmitglieder mit der Erfahrung etlicher Wanderfahrten gut zu kennen, der irrt. So wurden bisher arglos in 5-Bett-Zimmer aufgenommene Sportfreunde als wüste Schnarcher enttarnt und in Einzelzimmer verbannt, bei grober Uneinsichtigkeit die Zusammenlegung in Zweibettzimmern mit einem anderen wüsten Schnarcher angedroht. Zum Glück ist es nicht so weit gekommen, im Gegenteil haben sich des Schnarchens Verdächtige als Säusler erwiesen.

nähere Umgebung

am süd-östlichen Ende des Großen Wannsees gelegen, direkt vis á vis der Beckmann-Villa und der Wannsee-Konferenz-Villa,

weitere Umgebung

Inseln, Kanäle, Seen, ein ausgedehntes wunderbares Revier mit einem für Frankfurter ungeahntem Reichtum an Abwechslung und Möglichkeiten. Alle paar Meter ein historisch oder architektonisch bedeutsames Bauwerk, oft auch vom Boot aus zu sehen. Neben unserem Freund R. war die ganze Zeit der RaWler M. dabei, spindeldürr doch unermüdlich erklärte er die Attraktionen am Ufer: da die Villa vom Jauch, daneben Joop, etwas weiter die ehemals kaiserliche Bootsgarage usw. usf.

Mittagspausen

in dieser von Historie geschwängerten Umgebung führten dann zwangsläufig, nach Sättigung, zum Besuch diverser Orte von historischem oder anderem kulturellem Wert. So landeten wir einmal mittags an der Alten Meierei an, wo nicht weit der Cäcilienhof, Ex-Wohnsitz des Ex-Kronprinzen, nach Besichtigung rief. Tagungsort der Potsdamer Konferenz. Beim anschließenden Spaziergang durch den Park entdeckten wir eine Orangerie, die eine Gemäldegalerie beheimatet. Im Schatten eines Baumes sinnierten wir über den Besuch derselben. Der mitreisende Nervenarzt berichtete, es gehöre es zum Standard Repertoire der psychiatrischen Ambulanz in Rom kulturbeflissene Amerikanerinnen, die, nach 4-5 Stunden Besuch der Uffizien, ob der Kultur in eine derartige körperliche und geistig verzückte Erregung verfallen, mit Herzrasen und allem drum und dran, mittels einer starken Dosis Valium wieder zu beruhigen. Um solches Leiden zu vermeiden ließen wir die Besichtigung der Orangerie nebst Galerie an diesem Tag dann doch ausfallen. meteorologische Bedingungen durchaus angenehm. nicht zu heiß und nicht zu kalt. trocken.

kulinarische Versorgung

Nach dem Frühstück, eher körperlichen Ansprüchen gerecht, fand abends im benachbarten Motorsportclub die an diesem Ort unerwartete österreichische Küche des Grazer Wirtes großen Zuspruch. Auch der Keller des Wirts war nicht zu verachten, seine zu später

Intermezzo

Es war später Nachmittag, zu der Zeit wenn Ruderer wie wir von ihrer Tour zurückkehren, als eine große Hochzeitsgesellschaft den Bootsplatz bevölkerte. Wie soll man da die Boote abspritzen? Es galt eine Güterabwägung durchzuführen: hier die Unversehrtheit der Braut, da der Anspruch des uns gastgebenden Vereins auf saubere Boote. Beides in Einklang zu bringen schien schwierig. In unseren verschwitzten Sportklamotten verunsichert inmitten der dem Anlass angemessen gekleideten Gesellschaft half uns dann die ungezwungene Art der Gäste, sie trugen Namenschilder, etliche glücklicherweise mit dem Zusatz „Ruderkamerad“, was auf Verständnis für unsere Lage hoffen lies, und uns dann entspannte.

vergleichende Beobachtung

mit Genugtuung sahen wir allmorgendlich dem Chaos zu, das mit der Auswahl der zu unserer Überlassung bestimmten Boote und Skulls einherging. Dachten wir vom FRV immer, so etwas wie ein Monopol auf chaotische Um- und Zustände zu haben, wurden wir hier durch unsere Berliner Freunde eines Besseren belehrt. Man kann sogar zu Zweit ein ziemliches Durcheinander produzieren. Für die Erkenntnis

Ruder Etappen

Donnerstag auf der Havel, vorbei am Grunewaldturm bis zur Spandauer Schleuse. Mittagspause bei Spandau-Friesen. Freitag durch die vielen kleinen Seen bis Schloß Babelsberg, weiter durch Potsdam und bis Caputh. mittags am Templiner See beim Leistungszentrum der deutschen Skullerinnen. Samstag vorbei an Pfaueninsel und Heilandskirche zum Krampnitzsee. Mittags bei der Molkerei. Zurück durch die Glienicker Brücke und die Seenkette. Sonntag 2 Vierer nach Potsdam bis Herrmannswerder. ein Damen-Badezweier mit A. und R. zur Kälberwerderinsel.

Danksagung

zu danken haben wir dem RaW, der es uns ermöglichte seine Boote zu nutzen, in den Gästezimmern zu nächtigen und überhaupt die wunderbare Umgebung zu erkunden. Ganz herzlichen Dank gebührt unseren treuen und immer hilfsbereiten Freunden R. und M.

der Protokollant Hubert