Schweinfurt - Volkach - Ochsenfurt - Lohr - Wertheim - Klingenberg - und viele schöne Orte auf dem Weg dazwischen, die wir entweder vom Boot aus oder in der Pause auf einem Spaziergang genießen konnten.

Bei wunderbarem Sonnenschein ruderten wir vom Schweinfurter Ruderverein los mit Baumann, Hinrichs, Blindflug und Briggegickel. Mariannes regelmäßige Messungen ergaben maximal 33 Grad Lufttemperatur im Schatten, 39 Grad in der Sonne und bis zu 21 Grad Wassertemperatur. Wir haben sicherlich eine der Wochen mit dem schönsten Wetter des Jahres erwischt und das hat einige von uns zum Bad im Main verlockt. Voran dabei immer Franz Fritsch und unsere Gäste Rüdiger und Andrea Ranner vom Mondsee.

Ziegen als Tischnachbarn und eine in Wein für alle umgesetzte freundliche Spende des Vorsitzenden des Mondseer Rudervereins haben uns am ersten Abend in Volkach zusätzliches Vergnügen bereitet. Die vier wackeren Camper wurden am ersten Morgen von Marianne mit einem wunderbaren Frühstückspicknick mit allem überrascht. Es gab nicht nur selbst gemachte Marmelade und italienischen Schinken sondern alles sogar auf Tischdecke und mit Servietten angerichtet. Und das ging dann jeden Tag so weiter. Auch die Hotelschläfer waren wohl sehr zufrieden mit Zimmer und Frühstück, besonders in Volkach. In Wertheim soll es dann teilweise etwas karger zugegangen sein.

Was wir vorher nicht wußten: in die kleinen Sportbootschleusen an diesem Teil des Mains passen glücklicherweise doch zwei Boote. Die Frauenwanderruderinnen des Aschaffenburger Rudervereins haben uns gezeigt wie es geht und damit eine Menge Zeit und Mühe beim Schleusen erspart: Der Vierer zieht den leeren Dreier an der Leine hinterher und das ganze wird dann ziemlich knapp und schräg liegend mit den Rudern auf beiden Seiten lang in die Schleusenkammer gepresst. Dabei darf man nur nicht nervös werden. Es gab aber auch freundliche Schleusenwärter, die uns schnell durch die Schifffahrtsschleuse geschickt haben. Am Wochendende wurden wir von den vielen kleinen Motorbooten geärgert, die unglaubliche Wellen warfen und die Wartezeiten vor den Schleusen verlängerten. Auf diesem Abschnitt des Mains ist jedoch der Verkehr mit großen Schiffen nicht so dicht wie in Frankfurt. Man hat aber in Ochsenfurt für die Containerschiffe einen Teil der schönen alten Mainbrücke abgebrochen.

An zwei Tagen gab es einen Frauenvierer mit einem wunderbaren Team und guter Stimmung, einmal im Blindflug, einmal in der Baumann. Der Lokführer eines vorbeifahrenden Güterzuges war zu einem langgezogenen Tuten hingerissen. Wir danken außerdem den galanten Ruderern, die uns alle Schleusentore öffneten!

Einer der schönsten Teile der Strecke war die Mainschleife bei Volkach, die man auch gleich noch einmal hätte rudern können, wäre es nicht zu heiß gewesen. Wir haben so viele schöne Orte beim Anlegen, Übernachten und Vorbeirudern gesehen. Leider konnten wir nicht überall halten, um die vielen oft mittelalterlich geprägten Orte anzuschauen. Wie machen die das nur, dass es immer so schön in Franken ist! Und auch das Essen ist so lecker und Bier und Wein ganz wunderbar.

So eine Wanderfahrt braucht viel Kraft und wir haben es uns wirklich gut gehen lassen. Wir empfehlen ganz besonders Marktheidenfeld mit einem Lokal mit Terrasse direkt am Main und einer fantastischen Eisdiele auf dem zentralen Platz mit den neusten italienischen Sonnenschirmen. Überhaupt hat neben dem Baden auch der Eiskaffee manche von uns über die ganz heißen Tage gerettet.Es kann uns nun keiner mehr erzählen, es habe in diesem Jahr keinen Sommer gegeben. Das eine der beiden Gewitter blieb des Nachts von vielen unbemerkt, das andere hat der Landdienst geschickt eingerichtet, um uns eine längere Erholungspause im Biergarten zu ermöglichen. Dort waren wir endlich mal pünktlich für die Weißwurst. Und zum Nachtisch gab es Zeit für ein Nickerchen.

Ein paar kleine Pannen musste es natürlich auch geben. Die Baumann fand intensiven Kontakt zu einer der wenigen Bojen. Der Bruch des Auslegers wurde mit Schraubenschlüsseln, Rohrschellen und Klebeband versorgt. Hanswolfram und Max gelang es am letzten Tag, den Main im ungesteuerten Briggegickel in seiner ganzen Breite zu vermessen, ohne sich dabei überholen zu lassen!

Die Organisation war wunderbar. Herzlichen Dank an Max! Die Suche nach der Ausstiegsstelle (das gelbe Häuschen...) bei drohendem Sturm in Klingenberg war schließlich auch erfolgreich und bei der Ankunft wurde gleich die Lückenschließung bis Seligenstadt geplant.

Astrid