Das Wichtigste vorweg

Zwischen der Kultur fand jede Menge Rudern und Baden auf und in den glasklaren Bergseen des Salzkammergutes statt. Die befahrenen Gewässer des Mondsees, Traunsees, Wolfgangsees und Hallstätter Sees liegen alle tief eingebettet zwischen schroffen Felsen und lieblichen grünen Hügeln. Die Wasser des Mond- und Wolfgangsees im malediven-türkis, die restlichen beiden Seen dunkler getönt. Vor allem im Uferbereich war die Bodensicht immer verblüffend tief. Alles ins allem sehr erfreulich fürs Auge. Das Wasser soll Trinkqualität haben. Einerfahrqualität hat es allemal. Motorboote sind die Ausnahme. Wie man erahnen kann, ein Ruderparadies.

Die 21köpfige Gruppe der 2. Woche (Campingvariante) verteilte sich auf 3 bzw. 4 Vierer. Häufig gesellten sich Ruderer vom Ruderverein in Mondsee zu uns.

Der Standplatz, das Austria-Camp (der Jungen ÖVP !) in Schwarzindien, wurde aufgrund seiner komfortablen Sanitäreinrichtungen von den Campingprofis der Gruppe durchweg gelobt. So manch einer dürfte erstmalig mit einem Bidet Bekanntschaft gemacht haben. Der wenige Schritte entfernte Mondsee lud durch seine geringe Tiefe zum Hinein-Wandern ein.

Der befreundete Gastverein lag direkt im Ort Mondsee. Dort wurden wir mit sehr herzlich und hilfsbereit aufgenommen. Namen wie Franz, Rüdiger und Karin stehen dafür an vorderster Stelle.

Die befahrenen vier Seen ließen kaum mehr als 20 km Rudern zu. Durch die humanen Ruderdistanzen kam nie Zeit-Stress auf, weder beim etwas lästigen täglichen Auf- und Abriggern, noch beim Baden oder den Einkehrpausen. An einem besonders heißem Tag wurde ein Teil vom Inn bis Passau befahren. Hierbei mussten die Boote umgetragen werden, und die Hänger-Fahrdistanzen waren reichlich lang. Dafür konnten einige Bekanntschaft mit der sehenswerten Altstadt von Passau machen. An diesem Tag begleitet e uns die rührige Apothekerfamilie Rüdiger und Karin mit ihren Kindern Paul und Astrid, allesamt Volks-Zehnkämpfer. Die ambitionierte Tochter Astrid brachte ihre Mannschaft durch hohe Schlagfrequenzen an den Rand der Erschöpfung.

Spannung herrschte täglich vor der Bootseinteilung. Der Fahrtenleiter Cornel lüftete das Geheimnis bewußt immer erst in letzter Sekunde, obwohl es da natürlich im Vorfeld so Gerüchte gab. Die Mannschaften blieben nie gleich. Eine Konstante ist jedoch bemerkenswert: Wir bekamen es nur mit weiblichen Bootsobleuten zu tun. Diese Vorliebe durchbrach er nur einmal, als er sich selbst zum Obmann erhob. Es hatte aber den Anschein als wären alle Teilnehmer damit zufrieden gewesen.

Die Fahrbarkeit der mitgeführten Boote wies eine gewisse Spannweite auf. Nicht jeder nahm z.B. das Angebot zum Rudern in „die Baumann“ dankend an. Übrigens wurde tagelang über die Zuordnungsregeln von Artikeln bei Bootsnamen diskutiert. Alles letztlich ohne schlüssiges Ergebnis obwohl die Studienabschlüsse der Teilnehmer mehr hätten mehr erwarten lassen.

So mancher Teilnehmer/in konnte sich dort ein Rennboot ausleihen. Einige Male gab es Mondsee/FRV Vierer-Mannschaften. Das Geheimnis, wo denn der Bootshallenschlüssel versteckt sei, wurde dem einen oder anderen für zeitige Ausfahrten anvertraut.

Das Abendprogramm läßt sich schnell zusammenfassen. Es wurde oft gemeinsam gegrillt und eingekehrt. Besonders die nicht wenigen weiblichen Süßspeisenfreaks kamen voll auf ihre Kosten. Keiner ist verhungert, geschweige denn verdurstet.

Am frühen Morgen des Abfahrtstages setzte dann mit Vehemenz der große Dauerregen ein. Dieser beschleunigte den Zeltabbau radikal, und das gemütliche Frühstück fiel ins Wasser. Wohl nur deshalb wurde der angepeilte Abfahrtstermin leicht überzogen.

Wir danken Cornel als Fahrtenleiter für die umsichtige und reibungslose Organisation!

Ich hoffe man wird es mir nachsehen, wenn ich auf weitere Lobeshymnen verzichte. Es wäre endlos und letztlich ist doch ohnehin alles subjektiv was hier steht. Für mich jedenfalls war die Ruder-Tour richtig gut gelungen.

Wolfgang